Kaum etwas ist so faszinierend wie ein Blick in den freien nächtlichen Himmel, wenn er ohne störende terrestrische Lichtquellen seine volle Pracht entfaltet. Das weiße Band der Milchstraße, hell leuchtende Planeten und funkelnde Sterne lassen den Betrachter immer wieder staunen, kaum jemand kann sich diesem Zauber entziehen. Unwillkürlich werden Fragen aufgeworfen nach Entstehung, Anfang, Ausdehnung und Ende unsers Universums. In Zeiten knapper Ressourcen werden Forschungen betrieben, andere Lebensräume zu entdecken, die unser Überleben sichern.
Unsere Erdatmosphäre erschwert die Arbeit der Observatorien. Sie schluckt einen Großteil der Lichtwellen, Tageszeiten und Wetterbedingungen machen eine Himmelsbeobachtung nicht immer möglich. Also wurden Space-Teleskope in den Weltraum geschickt, um dort für uns zu forschen und dank neuester Technik spektakuläre Bilder an die Bodenstationen zu senden.
Das Hubble-Space-Teleskop dringt seit mehr als 20 Jahren in die Tiefen des Alls vor und versorgt die Wissenschaft mit Daten und sensationellen Fotos höchster Auflösung. Trotz seines verhältnismäßig kleinen Hauptspiegels mit einem Durchmesser von 2,4m liefert Hubble dank störungsfrei eingefangener Signale Daten selbst extrem ferner Objekte.
Neue Planeten
Immer wieder überrascht uns die Wissenschaft mit der Auffindung neuer Galaxien und Exoplaneten. Allein die 2009 gestartete amerikanische Teleskopsonde „Kepler“ hat in ihrem bisherigen Einsatz über 1000 unbekannte Himmelskörper entdeckt, deren Habitabilität allerdings erst noch erforscht werden müssen.
Im Jahre 2009 fanden Astronomen einen ungewöhnlichen Planetentyp, der sich durch eine Dunsthülle deutlich von den gasförmigen unterschied. Das Objekt mit dem Katalognamen GJ1214b bietet ein Erscheinungsbild, das einer Dampfwolke ähnelt. Im Sternbild Ophiuchus (Schlangenträger), 40 Lichtjahre von uns entfernt, umrundet es seine Sonne in nur 38 Tagen. Aufnahmen des Hubble-Space-Teleskops bestätigen die Annahmen, dass es sich auf Grund der dichten Dampfatmosphäre bei GJ1214b um eine „Wasserwelt“ handelt. Allerdings geht man davon aus, dass dort Temperaturen von 230°C herrschen, was die Frage aufwirft, wie es trotz solcher Hitze zu einer hohen Wasserkonzentration kommt.
Himmelsbeobachtungen
Neben Astronomen und Wissenschaftlern kann auch der interessierte Laie diesen spannenden Phänomenen nachgehen und sich an der Suche nach entfernten Welten beteiligen. Der Markt hält eine Fülle von optischen Geräten bereit, die nicht nur den Blick auf den Andromedanebel, unsere Nachbargalaxie, ermöglichen. Eine fachkundige Beratung ist sinnvoll, denn man muss Objektive vergleichen, Größe und Ausstattung dem zukünftigen Standort anpassen. Zwar lassen sich gut sichtbare Objekte wie Mond, Venus als Morgen- oder Abendstern und der Riesenplanet Jupiter bereits mit einem guten Feldstecher beobachten, doch ist man einmal fasziniert, kommt man um die Anschaffung eines Teleskops nicht herum.
Teleskope
Ohne Licht keine Beobachtung. Grundvoraussetzung ist also, Licht einzufangen und zu bündeln. Dazu muss man sich zwischen einem Refraktor- und Reflektor-Teleskop entscheiden. Die Objektive sammeln das Licht. Der Refraktor funktioniert wie das menschliche Auge. Die geschliffenen Linsen brechen das einfallende Licht (Refraktion) und bündeln es in einem Brennpunkt. Der geschlossene Tubus schützt die Linsen vor Verschmutzung. Dennoch kommt es zu Abbildungsfehlern, die unterschiedlichen Wellenlängen des Lichts und die Linsenstärken verursachen Farbsäume und Helligkeitsbeeinträchtigungen.
Das Reflektor-Teleskop benutzt einen Parabolspiegel, um das Licht zu sammeln. Der Hauptspiegel reflektiert die Strahlen auf einen zweiten, der das Licht zum Beobachtungspunkt ablenkt. Da keine Linsen verwendet werden, entsteht keine Aberration (Abbildungsnachteil), auch alle Farben werden ungehindert reflektiert. Alle Sternwarten und größere Amateur-Teleskope greifen inzwischen auf diese Technik zurück
Zubehör
Das Stativ muss standsicher, stabil und transportabel sein. Die meisten Astroferngläser für den Amateur-Gebrauch werden mit parallaktischer Montierung angeboten, eine horizontale (azimutale) bietet wenig Beobachtungskomfort. Nach Justierung auf den Himmelspol muss zur Observierung nur eine Achse bewegt werden, eine Nachführung ermöglicht vibrationsfreie Bilder. Zur Auswahl des Okulars ist fachkompetente Beratung sehr empfehlenswert. Die mitgelieferten Geräte verfügen über 2- 3 Linsen und halten nicht immer die versprochene Qualität. Barlowlinsen und Weitwinkel haben ihren Preis, doch gute Kompromisslösungen bringen den Hobby-Astronomen nicht um sein faszinierendes Vergnügen.



